Kleinlüder – Unser Dorf

von Ernst Schneider

Kleinlüder ist ein Ortsteil der Gemeinde Großenlüder und war bis zur Gebietsreform im Jahre 1972 eine selbstständige Gemeinde. Der Ortsteil hatte am 31. Dezember 2014,  1020 Einwohner und ist der flächenmäßig größte Ortsteil der Gemeinde Großenlüder.

Die Gemarkung Kleinlüder hat 35 km Grenzlänge und grenzt an 14 Gemeinden oder Ortsteile. Die Grenzlängen aufgelistet im Uhrzeigersinn: Großenlüder 600 m, Bimbach  5200 m, Malkes 800 m, Besges 600 m, Oberrode 4000 m, Mittelrode 1200 m, Niederrode 1100 m, Istergiesel 1400 m, Giesel 1500 m, Hosenfeld 8000 m, Hainzell 4600 m, Stockhausen 1600 m, Müs 400 m, und Uffhausen 4000 m. Die Entfernung nach Großenlüder beträgt 6 km, nach Fulda 14 km, und nach Lauterbach 18 km.

Der Ortsmittelpunkt liegt auf  260 m NN. Die höchsten Erhebungen um Kleinlüder sind: Der Finkenberg 420 m, der Himmelsberg 489 m, das Daretzköpfchen  433m und der Atzmannstein mit 436 m NN.

Kleinlüder wurde erstmal im Jahre 953  in einer Schenkungsurkunde der gemeinschaftlichen Besitzer Helmot, Gazbot und Waltbrat gemeinsam mit Großenlüder genannt.1574 wird „Clein-Lüder“ urkundlich auf einer Landkarte erwähnt.
1585 erfolgte die Dorfeinigung, gleichzeitig wurde eine Schafordnung vereinbart.Der Ort ist, wie viele andere Dörfer auch, durch einen so genannten Meierhof entstanden.

Bis 1840 gehörte Kleinlüder zur Pfarrei Großenlüder. Der Gottesdienst wurde von einem Pater vom Kloster Frauenberg gefeiert, er wohnte in Kleinlüder. Im Jahre 1840 wurden wir zur Pfarrei Blankenau umgepfarrt und von einem Kaplan betreut, der  in Kleinlüder ein Kaplanzimmer hatte. Seit dem  1. Oktober 1963 ist Kleinlüder selbstständige Pfarr-Kuratie. Seit dem 1. März 2001 wird unsere Kirchengemeinde von Pater Ljubo Lebo von Blankenau aus betreut.Am 3. Dezember 2011 erfolgte der Zusammenschluss der 2006 gegründeten Pastoralverbünde „Heilig-Kreuz-Lüdertal-Bad-Salzschlirf“ und „Heilig-Kreuz-Probstei-Blankenau“ zum neuen gemeinsamen „Pastoralverbund Kleinheiligkreuz“.

Die Lüder entspringt am Osthang der Herchenhainer Höhe bei 540 m NN zwischen Herchenhain und Bermuthshain. Sie fließt weiter durch Crainfeld, Bannerod, Heisters, Blankenau, Hainzell, Kleinlüder, Uffhausen, Großenlüder, Bimbach, Lütterz, mündet bei Lüdermünd , bei 310 m NN in die Fulda. Die Lüder ist ca. 35 km lang und hat ein Gefälle von insgesamt 230 Höhenmeter.Nebenflüsse der Lüder: Der Moosbach, die Schwarza, die Jossa und die Kalte Lüder.Früher galt der Oberlauf der Lüder als Nebenfluß der Schwarza. Erst die Kalte Lüder, die Nähe der Siebertsmühle entspringt, machte aus der Schwarza ab der Einmündung die Lüder.In den Tropographischen Karten ist die Lüder immer als Hauptfluß dargestellt und die Schwarza ist ein Nebenfluß der zwischen Zahmen und  Blankenau in die Lüder mündet.

Die Kalte Lüder entspringt bei Siebertsheiligen zwischen Hosenfeld und Giesel, Nähe der Siebertsmühle, bei ca. 390 m NN.  Sie versorgt einige Mühlen mit Wasser und speist mehrere Fischteiche. Von der Quelle bis zur Mündung versorgt sie 5 Mühlen, die Siebertsmühle, die Zwickmühle, die Hessenmühle, die Kiliansmühle und durch einen Nebenarm auch die Erlenmühle. Zwischen der Erlenmühle und der Mühlenstrasse mündet die Kalte Lüder bei ca. 260 m NN in die Lüder. Die Kalte Lüder ist ca. 8 km lang und  hat ein Gefälle von 130 Höhenmeter.

Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Brandversicherung  und die Hausnummern für 72 Häuser eingeführt. Zu dieser Zeit lebten in Kleinlüder schon über 500 Menschen. Bis zum heutigen Tage hat sich die Einwohnerzahl am Ende des Jahres 2014 mehr als verdoppelt.Im I. Weltkrieg mussten 22 Soldaten ihr Leben lassen. Ihnen zur Ehre wurde im Jahre 1923 auf dem Friedhof ein Kriegerdenkmal errichtet. Im II. Weltkrieg fielen über 50 Soldaten, beim Bau der Friedhofskapelle wurde für sie im Jahre 1966 eine Gedenktafel angebracht.Am Ende des Krieges fanden im Jahre 1946 über 150 Flüchtlinge, überwiegend aus den Orten Landskron und Asch,  in Kleinlüder eine neue Heimat.Im Jahre 1961 wurden Kleinheiligkreuz, Hessenmühle und Schlagberg eingemeindet. Die Gemeinde wuchs dadurch um 40 ha Fläche und 27 Einwohner.

Der Kirchturm  ist ein alter Wehrturm, erbaut um 1300. Im Jahre 1656 wurde die Kirche an den Turm angebaut und das Turminnere als Altarraum genutzt.Die jetzige Kirche wurde im Jahre 1910 in 25 Wochen Bauzeit errichtet und am 8. Mai 1912 eingeweiht.Die Mariengrotte wurde  im Jahre 1900 von Benjamin Kempf errichtet.Im Jahre 1961 wurde die heutige Grotte mit Altarnische und Kanzel von Albert Kempf  und vielen freiwilligen Helfern komplett erneuert.Die Wallfahrtskapelle Kleinheiligkreuz ist ein Wallfahrtsort und ein beliebtes Ausflugsziel.
Hier finden das ganze Jahr über viele Trauungen statt.
Wanderer können in der Gemarkung Kleinlüder einige Feldkreuze und Bildstöcke aus dem 18. und 19. Jahrhundert bewundern.

Der Ortsteil Kleinlüder hat eine Grundschule, einen Kindergarten, ein Bürgerhaus, ein Pfarrhaus, eine Leichenhalle, ein Sportlerhaus, ein Tennishaus, ein Feuerwehrhaus und eine Freizeitanlage mit Grillhütte sowie ein Wassertretbecken bei Kleinheiligkreuz. Früher gab es noch eine Kneipp-Badeanstalt und eine Brauerei.

Der Jagdhof und die Hessenmühle sind beliebte Ausflugslokale im Tal der Kalten Lüder. Im Ortskern gibt es die Lokale Reinhard und Leinweber als Familienbetriebe mit langer Tradition. In Petras Cafe kann man frühstücken sowie Brot- und Wurstwaren kaufen, hier ist auch die Poststelle. Getränke vertreibt  der Getränkecenter Faust . Früher  gab  es  in  Kleinlüder  4 Läden,
1 Bäckerei und 3 Backhäuser. Die im Jahre 1893 gegründete Raiffeisenbank wurde im Jahre 2014 leider total geschlossen. Die nächsten Bankautomaten sind in Hainzell und Großenlüder.

In Kleinlüder gibt es ein Sägewerk, ein Natursteinbetrieb, eine Mühle,  einen  Sanitär – und Heizungsinstallationsbetrieb, eine Buchbinderei, eine Schreinerei, ein Trockenbaubetrieb, ein Elektrobetrieb für Sicherheitstechnik und einen Friseursalon.Im Jahre 2013 wurde auf der ehemaligen Nato-Raketenstation Finkenberg  eine Biothan-Erdgasanlage von dem Unternehmen Rhön Energie Fulda gebaut.Früher gab es in Kleinlüder  4 Mühlen, 2 Mühlenbauer, 2 Wagenschmiede, 2  Stellmacher, 4 Schreiner, 4 Schuhmacher und 2 Malerbetriebe.

Die Vereinsgemeinschaft Kleinlüder bilden die Vereine: Sportverein SG Alemannia, KAB, Freiwillige Feuerwehr, Musikkapelle, Kfd, Natur und Heimatfreunde und Theatergruppe.Früher gab es noch den Kneipp-Verein, den Josephsverein, die Jungfrauenkongregation und den Gesangverein.

1768 Kreuz an der Zunnert, Stifter Sander
1770 Bildstock Kreuzung zur Hessenmühle, Stifter Schlatt, ehemaliger Standort bei Kirche1810 Bildstock Schlagberg
1815 Kreuz Buche Kleinheiligkreuz, ehemals alter Friedhof Kleinlüder, Stifter Mathes
1822 Bildstock Kihrwiese, Stifter Martin und Sander, Baumeister Jost
1824 Bildstock  Lüderbrücke, Stifter Martin, Baumeister Jost
1832 Bildstock Am Roten Berg, stand früher im Mehlersgraben, Stifter Martin, Baumeister Jost
1841 Gedenkstein Kirchturm Pfarrer Vomberg
1857 Bildstock Daretzhof, Stifter Motz
1868 Kreuz Ripphof, Stifter Leinweber
1923 Kriegerdenkmal auf dem Friedhof, gefalle Soldaten im I. Weltkrieg
1925 Kreuz Nähe Friedhof, Stifter Feldmann
1966 Gedenktafel an der Leichenhalle gefallene Soldaten im II. Weltkrieg
1925 Gedenkstein Martinsweg
1987 Friedhofskreuz
1997 Feldkreuz der Natur- und Heimatfreunde Kleinlüder oberhalb des Feuerwehrgerätehauses an der Wesblu

  • 1790 Jetzige Friedhofsglocke wurde in Eckweisbach gegossen
  • 1805 Johannes Wehner ersteigert Kleinheiligkreuzkapelle
  • 1821 Wurden von der Gemeinde für jedes Haus ein Feuereimer angeschafft
  • 1833 Am 31. August des Jahres brannte fast die gesamte Gerkecke ab, das Schulgebäude konnte gerettet werden, weil man die ‚Strohfieder‘ zwischen den Hohlziegeln schnell entfernte.
  • 1836 Kaufte die Gemeinde die erste Feuerspritze.
  • 1837 Am 12. Oktober stirbt Pater Vollmer in der Kiliansmühle.
  • 1845 Wurden die Gemeindegrenzen vermessen, es dauerte 3 Jahre.
  • 1873 Einführung der Goldmark
  • 1872 Wurde die Straße nach Fulda gebaut.
  • 1881 Brand der Häuser Rehnert und Hofmann
  • 1899 Wurde von der Fa. Grosch die neue Schule gebaut.
  • 1899 Bau der Kneipp-Badeanstalt Größe 7,00x 5,00 m durch den Kneipp-Verein.
  • 1906 Brand am Ripphof
  • 1907 Wurde die Wasserleitung gebaut, ein Brunnen im Germig und ein Brunnen im Mehlersgraben versorgten den Hochbehälter im Mehlersgraben.
  • 1908 Brand in der Gerkecke
  • 1912 Versorgte die Dorfmühle den Ort mit Strom,
  • 1916 Neuer Friedhof
  • 1919 Flurbereinigung
  • 1923 Versorgte das Überlandwerk den Ort mit Strom.
  • 1923 Kanalbau
  • 1923 Einführung der Reichsmark
  • 1924 Brand am Daretzhof
  • 1925 Brand Reuss – Balzer
  • 1928 Wurde die erweiterte Kneipp-Anlage eingeweiht.
  • 1938 Bau des Wohnhauses bei der Brauerei, späterer Kindergarten
  • 1945 29. März 1945 Einzug der amerikanischen Streitkräfte.
  • 1948 Einführung der DM
  • 1956 Gab es ein schweres Unwetter mit Wolkenbruch. Die Straße der Scharfen Ecke wurde metertief ausgespült.
  • 1966 Erweiterung der Schule
  • 1966 Bau der Leichenhalle
  • !968 Wurde der schöne Steg über die Lüder abgerissen.
  • 1969 Neuer Hochbehälter im Germig, Bohrung des Tiefbrunnens im Germig.
  • 1973 Neubau des Bürgerhauses mit Feuerwehrtrakt.
  • 1975 Neubau des Kindergartens
  • 1978 Neubau Sportplatz am Reet.
  • 1981 Neubau der Ortsdurchfahrt
  • 1982 Sporthausneubau
  • 1985 Neubau Freizeitanlage Hopfenrain
  • 1989 Bau des Wassertretbeckens
  • 1990 Bohrung des neuen Tiefbrunnens an der Grenze zu Uffhausen
  • 1992 Bürgerhauserweiterung
  • 1993 Neubau eines Feuerwehrgerätehauses

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